Kirchen und Kapellen im Bergdorf Goms – Sakrale Kunst und Architektur

  • Museum im Bergdorf Goms – Geschichte wird lebendig
  • Kapellen und Kirchen sind im Bergdorf Goms allgegenwärtig. Sie sind Kleinode der Kunstgeschichte. Unbedingt reinschauen!
  • Themenwege geben dir auf erlebnisreiche Art und Weise Einblick in Leben, Kultur und Natur des Bergdorfes. Schuhe schnüren und los geht's!
  • Eine Schitzeljagd rund um das Thema Säumerei? Das kannst du in Ulrichen erleben.
  • Dorfführungen sind die einfachste Art, den Ort besser kennen zu lernen als manche Einheimischen. Nur keine Scheu!
  • Gletsch ist mit seiner Tourismus-Geschichte, dem Gletscher und dem einzigartigen Gletschvorfeld ein besonderer Ort. Nicht verpassen!
  • Wellness im Goms könnte getrost auf grossartige Installationen verzichten. Denn Wellness beginnt hier vor jeder Haustür!
  • Bühnen jeglicher Art haben im Bergdorf Goms eine grosse Tradition. Lass dich in eine andere Welt entführen!
Die berühmte Kapelle im Ritzinger Feld mit Blumenwiese in Vorder- und Bergwald im Hintergrund

Meine Würde ist die Stille. Mein Schatz ist der Glaube. Meine Kunst ist ein Weg zu dir selbst. Meine Architektur ist schlicht. Meine Kunstschätze aber sind betörend. Ich komme aus einer Zeit, da die Menschen mich von ihren Mündern absparen mussten. Ich bin Resultat des Verzichts vieler. Ich bin Ausdruck der Hoffnung. Bin Lagerraum vieler Schicksale. Tritt ein mit Bedacht, ich bin die Gommer Kapelle.

Kapellen und Kirchen sind im Bergdorf Goms allgegenwärtig. Sie sind Kleinode der Kunstgeschichte. Unbedingt reinschauen! Denn manchmal hat der Glaube im Bergdorf Goms Schätze geschaffen. Manchmal war es auch nur der Versuch, den anderen zu übertrumpfen. Tatsache ist, dass im Goms im Barock zwischen 1630 und 1798 an die 70 Kirchen und Kapellen geschaffen oder erneuert wurden. Der rege Passhandel und die aus den fremden Kriegsdiensten geflossenen Solde und Pensionen brachten Geld ins Land. Das Goms war bis weit über das Tal hinaus mächtig und bestimmte Jahrhundertelang das Geschick des gesamten Wallis.

Der Kirchen- und Kapellenführer gibt einen sehr guten Einblick in die Sakralkunst des Bergdorfes Goms. Die Broschüre ist erhältlich in den Tourist Infos Blitzingen, Reckingen, Münster und Oberwald.

GOMMER KUNSTSCHNITZER

Die Innenausstattung der Kirchen und Kapellen lag zum grossen Teil in den Händen einheimischer Künstler. Allen voran stellte die Familie Ritz aus Selkingen über Jahrzehnte Bildhauer und Altarbauer von Format. Herausragende und bestimmende Persönlichkeit war Johann Ritz (1666–1729). Sein Sohn Jodok Ritz (1697–1747) und dessen Sohn Johann Franz Anton Ritz (1722–1768) führten sein Werk weiter, ohne jedoch dessen Bedeutung zu erreichen.

GOMMER BILDHAUER

Neben dem Bildhauer und Maler Johann Carlen aus Reckingen arbeiteten in Reckingen im 18. Jahrhundert die Bildhauer Peter Lagger (1714–1788) und seine Söhne Johann Baptist Lagger (1748–1791) und Josef Anton Lagger (1759–1833). Sie schufen vor allem Werke in der Pfarrkirche von Reckingen. Die Bildhauerei war eine florierende Branche, die zahlreichen Maler, Vergolder, Schreiner und Tischler sowie weitere Handwerker und Hilfskräfte beschäftigte.

GOMMER MALER

Maler besonderer Prägung besass das Goms in Johann Georg Pfefferle (1719–1796) und seinem Sohn Johann Joseph Pfefferle (1756–1838), die Decken und Gewölbe zahlreicher Kirchen und Kapellen mit Scharen bewegter Gestalten ausschmückten. Weitere bekannte Gommer Maler waren Lorenz Justin Ritz (1796–1870) von Niederwald, bekannter Porträtist und sein Sohn Raphael Ritz (1829–1894). Daneben brachte es auch Ludwig Werlen (1884–1928) aus Geschinen zu einiger Bekanntheit.

GOMMER ORGELBAUER UND GLOCKENGIESSER

Matthäus Carlen (1691–1749) war der Begründer einer ganzen Reckinger Orgelbauerfamilie, die während sieben Generationen selbst in den USA und in Frankreich zahlreiche bekannte Orgeln schuf. Ebenso aus Reckingen stammt die Orgelbauer- und Glockengiesserfamilie Walpen, deren Glocken in vielen Kirchtürmen der Kantone Wallis, Uri, Graubünden und Luzern erklingen.

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